Leistungsdiagnostik
In den letzten Jahren habe ich, mehr oder weniger regelmäßig, Laktatmessungen durchführen lassen um meine Leistungsbereiche beim Laufen zu bestimmen. In diesem Jahr bot sich eine neue Möglichkeit. Zu guten Konditionen konnten wir eine Spiroergometrie auf dem Rad durchführen lassen. Eine Woche später hatten wir sogar noch die Chance an der Uni Bochum (dank unserer Freundin Katharina) zusätzlich eine Spiro mit gleichzeitiger Laktatmessung auf dem Laufband machen zu lassen.
So haben wir aktuell eine gute Übersicht über unseren Leistungsstand, viele Kurven und eine Menge Zahlen…
Was wurde gemessen?

Bei einer Spiroergometrie lassen sich durch die Analyse der Atemgase während körperlicher Belastung die Reaktion von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel qualitativ und quantitativ untersuchen. Dabei wird gemessen wie sich die ausgeatmete Luft im Hinblick auf Sauerstoffgehalt (o2) und Kohlenstoffdioxidgehalt (CO2) zusammensetzt und wie viel Liter Luft dabei in die Lunge passen (Lungenvolumen). Durch die Atemgasuntersuchung kann man feststellen, bei welchen Belastungen man sich noch im aeroben Bereich befindet und ab wann die Stoffwechselprozesse ohne Sauerstoff ablaufen (anaerob). Während der Messung wird zudem die Herzfrequenz erfasst. So können bei der Auswertung verschiedenen Belastungsstufen entsprechende Pulsbereiche zugeordnet werden.
Die maximale Sauerstoffaufnahme wird durch den Parameter VO2max angegeben. Sie wird zur besseren Vergleichbarkeit heutzutage im Verhältnis zu Körpergewicht und pro Minute umgerechnet (relative maximale Sauerstoffaufnahme). Die VO2max kann als Kriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit herangezogen werden.
Wie funktioniert das?
Bei der Leistungsmessung auf dem (sehr ergonomisch geformten) Fahrrad wurden wir mit Herzfrequenzssensor und Atemmaske bestückt und fuhren ein Programm, dass alle 20 Sekunden den Widerstand um 5 Watt erhöhte. Die Trittfrequenz musste dabei mindestens 75 U/min betragen. Wenn es schwerer wird, einfach langsamer treten ist also nicht. Zum Glück wird man dabei von Diagnostiker und Begleitung angefeuert als ginge es um den Sieg bei Olympia. Man beginnt bei angenehmen 50 Watt an und weiter gehts bis man gefühlt fast vom Rad fällt. Die Maske ist am Anfang ziemlich ungewohnt, aber da man später sowieso andere Sorgen hat vergisst man das Ding recht schnell.
Auf dem Laufband funktioniert das Ganze recht ähnlich. Alle 5 Minuten wird die Geschwindigkeit erhöht bis man nicht mehr kann. Da wir zeitgleich ja auch noch den Laktattest durchgeführt haben machten wir zwischen jeder Belastung 30 Sekunden Pause um Blut aus dem Ohrläppchen zu entnehmen.
Was haben wir für Ergebnisse?
Das Wichtigste für uns sind genaue Herzfrequenzbereiche (GA1, GA1-GA2, WSA), die wir jetzt auf dem Rad und beim Laufen anwenden können. Gerade Lena hatte bereits von einigen Leuten gehört, dass ihre relativ hohen Pulswerte für eine zu hohe Trainingsintensität sprechen. Jetzt wurde ermittelt, dass ihr subjektives Empfinden sie nicht getäuscht hat. Auch bei höheren Pulsfrequenzen läuft sie noch im aeroben Bereich.
Wenig verwunderlich ist ihre noch wenig ausgeprägte Grundlagenausdauer. Erstaunlich ist dagegen ihre Fähigkeit weit in den anaeroben Bereich zu belasten.
Bei mir gab es im Hinblick auf die Trainingsbereiche wenig Überraschungen. Erfreulich ist die Erkenntnis, dass mein aktueller Trainingszustand recht gut ist. Die Grundlagenausdauer stimmt und auch in den höheren Bereichen lässt mein Körper mich nicht so schnell im Stich. Besonders für den Kopf ist es gut zu wissen, was man leisten kann.
Die Saison 2013 kann kommen.

